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Kinder 2011 - Druckversion

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Kinder 2011 - Pigy - 08-29-2025

   



In Bettina Büttners äußerst anschaulichem Dokumentarfilm „Kinder“ toben sich in einem Jungenwohnheim in Süddeutschland kindliche Dysfunktionen, Einsamkeit und aufgestaute Emotionen aus. Zu den dort untergebrachten Kindern gehören die zehnjährigen Marvin und Tommy. Marvin, der mit einem kleinen Lego-Schwert aus Plastik herumspielt, erklärt sachlich in die Kamera: „Das ist ein Messer. Damit schneidet man Bäuche auf.“ Dennis, der noch jünger ist, ist in einem hysterischen Anfall zu sehen, wie er eine pornografische Szene nachstellt. Jungs sind eben Jungs, aber Unschuld kommt hier übermäßig selten vor. Büttner zieht es vor, nicht bei den harten Einzelheiten zu verweilen, und zeigt die beunruhigende Art und Weise, wie sich traumatische Ereignisse im Alltäglichen manifestieren können – bei einem Lego-Spiel, Verstecken oder Wahrheit oder Pflicht. Büttners faszinierender Film, in lapidarem Schwarzweiß gedreht, beleuchtet die Kindheit aus der charakteristisch benachteiligten Perspektive der Jungen – einer Perspektive, die sich ihrer Situation noch nicht voll bewusst ist – und gibt ethisch viel Anlass zum Nachdenken.


In Bettina Büttner’s exquisitely lucid documentary Kinder (Kids), childhood dysfunction, loneliness, and pent-up emotion run wild at an all-boys group home in southern Germany. The children interned here include ten-year-olds Marvin and Tommy. Marvin, fiddling with a mini plastic Lego sword, explains matter-of-factly to the camera, “This is a knife. You use it to cut stomachs open.” Dennis, who is even younger, is seen in a hysteric fit, mimicking some pornographic scene. Boys will be boys, but innocence is disproportionately spare here. Choosing not to dwell on the harsh specifics, Büttner reveals the disconcerting manner in which traumatic episodes can manifest themselves in the mundane — a game of Lego, Hide and Seek, or Truth or Dare. Filmed in lapidary black-and-white, Büttner’s fascinating film sheds light on childhood from the boys’ characteristically disadvantaged perspective — one not yet fully cognizant — leaving much ethically to ponder over.