Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
PigyDer nachtliche Besucher 1992
#1
   


Ist alles nur ein schlechter Traum? Mitten in der Nacht wacht der siebenjährige Michael auf und findet sich allein zu Haus. Die Eltern sind spurlos verschwunden. Plötzlich steht ein Unbekannter vor ihm und behauptet, der neue Babysitter zu sein. Nicht nur dem Jungen kommt dieser Mensch unheimlich vor. Der Zuschauer bangt vom ersten bis zum letzten Moment dieses seltsamen Psychothrillers mit dem Kind. Regisseur Konrad Sabrautzky beweist sich als ein Meister der Langsamkeit. 40 Minuten nimmt er sich Zeit für die Exposition der Geschichte. Eine Dreiviertelstunde Dialog und Spiel zwischen dem Jungen und dem Fremden, inszeniert als Fahrt auf der Achterbahn der Gefühle: schiere Angst, zaghafte Annäherung, Zweifel, Neugier und wieder Angst. Dann, nach der Hälfte des Films, wird die Ahnung zur Gewißheit. Michaels Eltern liegen gefesselt im Keller, aber noch immer ist nicht klar, welche Motive der Eindringling verfolgt. Sabrautzky drehte seinen Film gegen den Strom des Üblichen. Statt Tempo und Aktion regieren bei ihm innere Dramatik und leise Spannung. Daß die ungewöhnliche künstlerische Idee blendend funktionierte, war den beiden Akteuren dieses Zweipersonenstücks zu danken. Besonders natürlich dem ungezwungenen Spiel des siebenjährigen Moritz Reulens (Michael). Edgar Selge als Einbrecher brachte es fertig, seine zwielichtige Rolle zwischen sympathischem Kerl und ekelhaftem Typen ständig in der Schwebe zu halten. Am Morgen ist Michas fremder Vater fort. War alles nur ein Traum?



Zitat:                                                

Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste