11-03-2025, 02:15 PM
Sie heißen Cheeks, Jenny, Nadine, Roger und Yasmina. Sie sind 13, 15, 17 und 19 Jahre alt. So unterschiedlich sie sind, sie haben zwei gemeinsame Leidenschaften: Rap und Sex. Der Rap bringt ihr Lebensgefühl in einer brutalen Umwelt zur Sprache. Sex ist in ihrer Welt in sozialen Brennpunkten oft der letzte Halt. Cheeks träumt davon, es mit drei oder vier Mädchen gleichzeitig zu machen, Jenny taumelt von einem One-Night-Stand zum nächsten, von einer Schwangerschaft in die nächste. Cheyenne hat jahrelange, brutale Vergewaltigungen durch ihren Vater zu verarbeiten und gerät mit 14 prompt wieder an einen, der sie betäubt und an seine Freunde verhökert. Yasmina hat ihre Jungfräulichkeit im Internet versteigert. Beziehungen unter den Jugendlichen werden früh eingegangen, aber meist schon nach zwei bis drei Wochen wieder beendet.
Der Filmemacher, Arzt und Psychologe Manfred Bölk hat sich auf die Suche nach der heutigen Realität von Jugendlichen gemacht. Bölk begann seine Reise in Berlin-Hellersdorf. Dort sind die Abgründe, in denen Kinder in Deutschland leben, am deutlichsten sichtbar. Deshalb wurde dort von dem Jugendpfarrer Bernd Siggelkow das christliche Kinder- und Jugendwerk "Arche" gegründet. Siggelkow zieht eine dramatische Bilanz: Wo Familien zerbrochen sind, wo Bildung fern und Gewalt nah ist, ist Sex für Heranwachsende eine der seltenen Gelegenheiten, Nähe und Wohlgefühle zu empfinden. Doch vor allem der frühzeitige und intensive Konsum von pornografischen Darstellungen hat offenbar gravierende Auswirkungen auf die seelische Entwicklung.

